Project:Music
Strategien für Musiker
Die Strategie der Zukunft für Musiker: Bekanntheit
Warum ist es so wichtig, die Bekanntheit zu steigern?
Eine große Bekanntheit lockt mehr Fans zu den Konzerten.
Bekannte Künstler erhalten mehr Feedback von Fans, weil sie aus der Masse hervorstehen. Dies bedeutet, dass Fans direkt Kontakt aufnehmen – z.B. durch den Besuch der Webseite, den Download der Musik – und somit auch in Zukunft mit jedem einzelnen kommuniziert werden kann.
Was ist der Effekt der Bekanntheit?
Die Kommunikation. Der Künstler erhält einen Überblick über seine Fanbasis. Regelmäßige Besucher auf seiner Webseite erfahren die neuesten Termine, kommunizieren den Erfolg weiter und verbreiten digital die Musik, um noch weitere Freunde und Bekannte von ihren Lieblingssongs zu überzeugen. Der Künstler nimmt das Marketing für seine Produkte selbst in die Hand.
Dadurch entsteht die Chance zu Umsatz: Verkauf von Konzertkarten, MP3s, CD-Bestellungen, Merchandise…
Wie erreicht der Musiker diese Bekanntheit?
Die Musik ist die Promotion für den Künstler selbst. Nur wenn die Konsumenten erfahren, wie gut die Musik ist, werden sie das weitere Schaffen verfolgen. Deshalb muss die Musik einfach, schnell und ohne Kosten erhältlich sein! Ist der Kontakt erst einmal hergestellt, können für weitere Produkte Preise erhoben werden (z.B. für die Konzertkarte).
Am besten findet der Promotion-Vertrieb über so viel wie möglich Webseiten statt. Auf der MySpace-Seite sollte darauf geachtet werden, dass die Songs direkt herunterzuladen sind, nicht bloß per Stream. Der Grund: Der User verweilt länger auf der Homepage und wenn die Musik erstmal auf seiner Festplatte ist, nimmt er sich mehr Zeit zum Reinhören! Ein Download via eigener Homepage ist natürlich der effizienteste Weg, allerdings benötigt man Web-design-Kenntnisse und Web-Space.
Eine sehr gute Plattform für frei zu erhaltende, qualitativ sehr hochwertige Musik ist Jamendo (www.jamendo.com). Jamendos Partner ist Creative Commons (was ist CC?). CC ist eine Lizenz, die in Konkurrenz zur GEMA-Lizenz steht. CC hat den Vorteil, dass der Künstler – und nicht die Rights-Management-Gesellschaft – bestimmt, wer was mit seiner Musik anstellen darf. Die Weiterverbreitung ist allerdings immer legal. Es kann zum Beispiel die kommerzielle Nutzung des Werks untersagt werden. Jamendo hat mehr als 650.000 registrierte Musiker und fast 27.000 frei verfügbare Alben. Folgende Lizenzen stehen zur Verfügung:

Was ist neu an diesem Modell?
Neu an der Idee ist, dass der Künstler sich abwendet von dem primären Gedanken, bei einem Label unterzukommen, das für ihn sorgt, und von der Hoffnung, so viele CDs oder MP3s zu verkaufen, dass sein Überleben als Künstler gesichert ist.
Vielmehr soll hier einem schon seit längerer Zeit in der Musikbranche bestehendem Geschäftsmodell nachgeahmt werden: Der 360-Grad-Deal.
Bei Labels bedeutet der 360-Grad-Deal, dass das Label den Künstler komplett ausschlachtet und an allem, was der Künstler macht und ist verdient. Das beste Beispiel hierfür sind die Künstler Jay-z und Madonna, die seit 2007 bei Live Nation unter Vertrag sind. CDs, Konzerte, Merchandise, Fernsehgebühren…alles kassiert Live Nation.
Warum sollte der Künstler nicht sich selbst ausschlachten, alle seine Möglichkeiten und Potenziale ausschöpfen, um dann ganz alleine davon zu profitieren? Damit sind wir bei einem sehr guten Beispiel für 360-Grad-Selbstvermarktung: Radiohead.
Oft wird geunkt: “Natürlich ist es für eine Band wie Radiohead sehr einfach, auf jegliches Marketing von Labels zu verzichten und auch noch die Musik herzuschenken, denn sie sind ja bereits bekannt – dank dem Kapital und der Maschinerie eines Labels, welches bereits zuvor sehr viel Geld in den Erfolg der Band gesteckt hatte.”
Dies ist natürlich nicht von der Hand zu weisen, ist aber nicht der Punkt! Das Entscheidende ist, dass die Band ein Modell vorgestellt hat, wie es funktionieren könnte, und zahlreiche andere Bands sind mittlerweile auf diesen Zug aufgesprungen (Coldplay, Trent Reznor, Pennywise, viele andere) (Hier clicken für eine Übersicht an Indie-Bands, die Musik umsonst bereitstellen).